Wer eine Wohnung mietet, muss in der Schweiz fast immer eine Mietkaution von bis zu drei Monatsmieten stellen (Art. 257e OR). Dafür gibt es zwei gängige Wege: das klassische Mietkautionskonto bei einer Bank oder die Mietkautionsversicherung. Dieser Vergleich zeigt, was die beiden unterscheidet und wann sich welche Variante lohnt.
Kurz gesagt: Das Mietkautionskonto bindet Ihr Kapital, ist aber am Ende rückzahlbar – günstiger, wenn Sie die Summe liquide haben und lange wohnen bleiben. Die Mietkautionsversicherung bindet kein Kapital, kostet aber eine jährliche, nicht rückzahlbare Prämie – ideal beim Umzug oder bei kürzerer Mietdauer.
Die zwei Modelle im Überblick
Mietkautionskonto (Bankdepot)
Sie zahlen die volle Kaution auf ein gesperrtes Bankkonto ein, das auf Ihren Namen lautet, aber zugunsten des Vermieters gesperrt ist. Das Geld ist während der gesamten Mietdauer blockiert und wird nach dem Auszug – abzüglich allfälliger berechtigter Forderungen – inklusive (geringem) Zins an Sie zurückgezahlt.
Mietkautionsversicherung
Statt Kapital zu hinterlegen, schliessen Sie einen Vertrag mit einem spezialisierten Anbieter ab. Die Versicherung besteht aus zwei Teilen: einem Versicherungsvertrag (VVG) zwischen Ihnen und dem Anbieter sowie einer Solidarbürgschaft nach Art. 492 OR des Anbieters gegenüber dem Vermieter. Der Vermieter erhält damit eine rechtlich gleichwertige Sicherheit – Sie zahlen dafür eine jährliche Prämie (rund 4–5 % der Kautionssumme), die nicht rückforderbar ist.
Mietkautionskonto vs. Mietkautionsversicherung im direkten Vergleich
| Kriterium | Mietkautionskonto | Mietkautionsversicherung |
|---|---|---|
| Kapitalbindung | Volle Kaution blockiert | Kein Kapital gebunden |
| Laufende Kosten | Nur geringe/keine Kontogebühren | Jährliche Prämie (ca. 4–5 %) |
| Rückzahlbar? | Ja, Kaution + Zins zurück | Nein, Prämien sind verloren |
| Liquidität beim Einzug | Belastet (volle Summe nötig) | Geschont |
| Sicherheit für Vermieter | Bardepot auf Sperrkonto | Solidarbürgschaft (Art. 492 OR) |
| Günstiger bei … | langer Mietdauer | kurzer Mietdauer / Umzug |
Kostenrechnung über die Mietdauer
Ein Beispiel mit einer Kaution von CHF 4'000:
- Mietkautionskonto: Sie blockieren CHF 4'000. Direkte Gebühren sind gering bis null, die Verzinsung ebenfalls minimal. Am Ende erhalten Sie die CHF 4'000 zurück. «Kosten» = der entgangene Nutzen des gebundenen Kapitals.
- Mietkautionsversicherung: Bei rund 4–5 % Prämie zahlen Sie etwa CHF 160–200 pro Jahr. Nach z. B. 5 Jahren sind das rund CHF 800–1'000 – nicht rückzahlbar. Dafür blieben die CHF 4'000 die ganze Zeit frei verfügbar.
Faustregel: Je länger Sie in der Wohnung bleiben und je problemloser Sie die Kautionssumme liquide haben, desto eher lohnt sich das Bankdepot. Je wichtiger Ihnen Liquidität ist (z. B. weil beim Umzug viele Kosten gleichzeitig anfallen), desto eher die Versicherung.
Wann lohnt sich was?
Das Mietkautionskonto passt, wenn …
- Sie die Kautionssumme ohne Weiteres aufbringen können,
- Sie planen, viele Jahre in derselben Wohnung zu bleiben,
- Sie keine laufenden, nicht rückzahlbaren Kosten möchten.
Die Mietkautionsversicherung passt, wenn …
- Sie Ihre Liquidität beim Umzug schonen möchten,
- Sie nur für kürzere Zeit in der Wohnung bleiben,
- Sie das Kapital lieber anderweitig einsetzen.
Und die Bankgarantie bzw. Bürgschaft?
Neben den beiden Hauptvarianten gibt es als dritte Option die Bankgarantie sowie die Mietkautionsbürgschaft. Sie funktionieren ähnlich wie die Versicherung (keine Kapitalbindung gegen Gebühr), werden in der Praxis aber seltener genutzt. Wer „Mietkaution oder Bürgschaft" abwägt, vergleicht im Kern dieselbe Frage: gebundenes Kapital gegen laufende Kosten.
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Häufige Fragen
Was ist besser: Mietkautionskonto oder Mietkautionsversicherung?
Pauschal ist keine Variante «besser» – es hängt von Ihrer Situation ab. Wer die Kautionssumme problemlos liquide hat und plant, lange in derselben Wohnung zu bleiben, fährt mit dem Mietkautionskonto (Bankdepot) langfristig günstiger, weil die Kaution zurückgezahlt wird. Wer beim Umzug Liquidität braucht oder nur kurz bleibt, profitiert von der Mietkautionsversicherung, die kein Kapital bindet.
Ist die Mietkautionsversicherung teurer als das Bankkonto?
Über die gesamte Mietdauer betrachtet ja: Die Prämien (rund 4–5 % der Kautionssumme pro Jahr) sind nicht rückforderbar und summieren sich, während die Kaution auf dem Bankkonto am Ende zurückgezahlt wird. Dafür müssen Sie bei der Versicherung kein Kapital blockieren – das ist der Gegenwert.
Akzeptiert der Vermieter beide Varianten?
Der Vermieter hat Anspruch auf eine Sicherheit von maximal drei Monatsmieten (Art. 257e OR). Ob diese als Bardepot auf einem Sperrkonto oder über eine Mietkautionsversicherung (Solidarbürgschaft nach Art. 492 OR) erbracht wird, kann der Mieter grundsätzlich frei wählen – die Versicherung bietet dem Vermieter eine rechtlich gleichwertige Sicherheit.
Was ist der Unterschied zwischen Mietkautionsversicherung und Bürgschaft?
Die Mietkautionsversicherung besteht aus zwei Teilen: einem Versicherungsvertrag (VVG) zwischen Mieter und Anbieter und einer Solidarbürgschaft (Art. 492 OR) des Anbieters gegenüber dem Vermieter. Sie ist also nicht «nur eine Bürgschaft», sondern kombiniert beides. Eine reine Bankgarantie ist eine weitere, dritte Option.
Kann ich vom Bankkonto zur Versicherung wechseln (oder umgekehrt)?
Ja. Sie können während des laufenden Mietverhältnisses die Kaution von einem Bankdepot auf eine Mietkautionsversicherung umstellen (das Bankkonto wird aufgelöst, die Kaution freigegeben) oder umgekehrt eine Versicherung kündigen und ein Bankdepot einrichten. Wichtig ist, dass die Sicherheit gegenüber dem Vermieter durchgehend gewährleistet ist.