Kautionsversicherung wechseln: So sparen Sie bei der Prämie

Wer seine Mietkautionsversicherung schon vor zwei oder drei Jahren abgeschlossen hat, zahlt heute oft mehr als nötig. Anders als bei der Krankenkasse vergleichen die wenigsten Mieterinnen und Mieter ihre laufende Police – obwohl der Wechsel des Anbieters jederzeit möglich, kostenlos und in den meisten Fällen finanziell lohnenswert ist. Pro Jahr lassen sich so schnell CHF 40 bis 100 sparen, über die ganze Mietdauer mehrere Hundert Franken.

Warum sich ein Anbieterwechsel lohnt

Drei Situationen sprechen fast immer für einen Wechsel:

  • Sie sind bei FirstCaution, SwissCaution oder SmartCaution: Diese Anbieter berechnen einen Grundsatz von 5 % plus eine jährliche Verwaltungspauschale. Bei goCaution liegt der Satz bei 4,5 % – ohne Verwaltungsgebühr. Auf eine Kaution von CHF 10’000 sind das rund CHF 50 Unterschied pro Jahr, die Pauschale noch nicht eingerechnet.
  • Ihnen wurden bereits Verwaltungs- oder Schadengebühren verrechnet: Je nach Anbieter fallen im Schadenfall Bearbeitungspauschalen an. Diese Gebühren unterscheiden sich stark zwischen den Gesellschaften.
  • Ihre Situation hat sich verbessert: Höheres Einkommen, abgeschlossenes Studium, bereinigtes Betreibungsregister – ein neuer Anbieter beurteilt Ihr Dossier nach den heutigen Kriterien, nicht nach jenen von vor drei Jahren.

Was kostet die Prämie – und wie viel sparen Sie?

Die Jahresprämie einer Kautionsversicherung setzt sich aus drei Teilen zusammen: dem Satz auf die Kautionssumme, einer allfälligen Verwaltungspauschale und der eidgenössischen Stempelsteuer von 5 % auf die Prämie. Die Stempelsteuer ist bei allen Anbietern identisch und in den folgenden Beträgen bereits enthalten.

AnbieterSatz & GebührenPrämie bei CHF 4’000
goCaution4,5 %, keine Verwaltungsgebühr, kein SchadengebührCHF 189
FirstCaution5 % + CHF 20 Verwaltung/JahrCHF 231
SwissCaution5 % + CHF 20 Verwaltung/JahrCHF 231
SmartCaution5 % + CHF 25 Verwaltung/JahrCHF 225

Bei einer typischen Kaution von CHF 4’000 zahlen Sie bei goCaution rund CHF 189 pro Jahr – gegenüber CHF 225 bis CHF 231 bei den drei anderen Anbietern. Der jährliche Unterschied von CHF 36 bis 42 mag klein wirken, summiert sich aber über die Mietdauer deutlich.

Beispielrechnung über fünf Jahre

Für eine Kaution von CHF 7’200 (drei Nettomonatsmieten) und ein Mietverhältnis von fünf Jahren ergeben sich folgende Gesamtkosten:

  • goCaution: rund CHF 1’701
  • SwissCaution: rund CHF 1’995
  • SmartCaution: rund CHF 1’950 bis 2’045
  • FirstCaution: rund CHF 2’045 bis 2’175

Der Wechsel zu goCaution spart hier über fünf Jahre rund CHF 250 bis 470 – und das, bevor man allfällige Schadengebühren mitrechnet. Diese liegen bei goCaution und FirstCaution bei CHF 0, bei SwissCaution und SmartCaution bei je CHF 100 pro Schadenfall. Der eigentliche Hebel ist die Kombination aus tieferem Satz (4,5 % statt 5 %) und dem Wegfall der jährlichen Verwaltungspauschale von CHF 20 bis 25.

Ihr Recht: keine Mindestlaufzeit

Das Wichtigste zuerst: Kein Schweizer Anbieter schreibt eine Mindestvertragsdauer vor. Die Kautionsversicherung ist jederzeit kündbar – unter Einhaltung der in den allgemeinen Geschäftsbedingungen genannten Frist (in der Regel 30 bis 90 Tage). Eine Strafgebühr für eine vorzeitige Kündigung ist bei dieser Art von Versicherung rechtlich nicht zulässig.

Auch der Vermieter kann Ihnen keinen bestimmten Anbieter vorschreiben. Solange die neue Bürgschaft denselben Betrag deckt und von einer anerkannten Gesellschaft stammt – goCaution, FirstCaution, SwissCaution und SmartCaution gelten alle als anerkannt –, darf er den Wechsel nicht ablehnen. Eine Mietvertragsklausel, die einen einzigen Anbieter vorschreibt, wäre nichtig.

Der Wechsel in drei Schritten

Der Ablauf ist einfach, doch die Reihenfolge ist entscheidend. Kündigen Sie die alte Police niemals, bevor die neue vom Vermieter akzeptiert wurde.

  1. Neue Police abschliessen: Vergleichen Sie die vier Anbieter, wählen Sie den für Ihr Profil günstigsten und schliessen Sie online ab. Die neue Bürgschaftsurkunde wird in der Regel innert weniger Tage ausgestellt. Die erste Jahresprämie zahlen Sie beim Abschluss – sie ist nicht verloren, denn die alte Police wird Ihnen anteilig zurückerstattet.
  2. Neue Urkunde dem Vermieter übermitteln: Senden Sie die Bürgschaftsurkunde an die Verwaltung oder den Vermieter, idealerweise per E-Mail mit Lesebestätigung oder per Einschreiben. Verlangen Sie ausdrücklich eine schriftliche Bestätigung der Annahme. Erst danach folgt Schritt 3. Diese Rückmeldung kann 5 bis 15 Tage dauern – es ist die längste Phase des Prozesses.
  3. Alte Police kündigen: Sobald die Bestätigung des Vermieters vorliegt, kündigen Sie den alten Vertrag schriftlich und legen die Bestätigung als Nachweis bei. Der Anbieter erstattet Ihnen die Prämie anteilig für die nicht genutzten Monate zurück.

Die häufigsten Fallstricke

  • Zu früh kündigen: Wer die alte Police kündigt, bevor die neue akzeptiert ist, steht bei einer Ablehnung ohne Sicherheit da. Mögliche Folge: Mahnung oder im schlimmsten Fall Kündigung des Mietverhältnisses.
  • Prämienpflicht bis zur Freigabe übersehen: Der alte Anbieter bleibt prämienpflichtig, bis der Vermieter die alte Bürgschaft offiziell freigibt. Eine reine Kündigung Ihrerseits genügt nicht – ohne Freigabe läuft die Prämie weiter.
  • Doppelprämie vermeiden: Eine kurze Überlappung der beiden Policen von ein bis vier Wochen ist normal und sinnvoll, denn sie verhindert eine Deckungslücke. Achten Sie aber darauf, die alte Police nach erfolgter Freigabe zeitnah zu kündigen, damit Sie nicht über Monate doppelt zahlen.
  • Keine schriftliche Bestätigung einholen: Ohne datierten Nachweis der Annahme kann der bisherige Anbieter das Enddatum der Deckung anzweifeln und die anteilige Rückerstattung verzögern.
  • Kurz vor Mietende wechseln: Endet Ihr Mietverhältnis in weniger als sechs Monaten, heben Verwaltungsaufwand und Rückerstattungsfrist den Gewinn meist auf. Warten Sie auf das natürliche Vertragsende und wählen Sie den richtigen Anbieter für die nächste Wohnung.

Wann sich ein Wechsel nicht lohnt

  • Mietverhältnis endet bald: Bei weniger als sechs Monaten Restlaufzeit deckt die Ersparnis den Aufwand kaum.
  • Kaution unter CHF 2’000: goCaution wendet in dieser Spanne eine Fixprämie von CHF 94.50 an – ein Vergleich zeigt, ob sich der Wechsel rechnet.
  • Laufender Schadenfall oder Streit mit dem Vermieter: Ein neuer Anbieter übernimmt keinen laufenden Schadenfall; dieser muss zuerst abgeschlossen werden.

Fazit

Ein Anbieterwechsel bei der Mietkautionsversicherung ist unkompliziert, jederzeit möglich und in den meisten Fällen mit einer spürbaren Ersparnis verbunden. Entscheidend sind die richtige Reihenfolge – neue Police zuerst, alte erst nach Freigabe – und der Blick auf die Gesamtkosten statt nur auf den Satz. Wer den tieferen Satz von 4,5 % nutzt und die jährliche Verwaltungspauschale einspart, holt über die Mietdauer mehrere Hundert Franken heraus.

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